Begleitung bei Autoimmunerkrankungen
Ganzheitliche Begleitung bei Autoimmunerkrankungen bedeutet: ärztliche Betreuung von Ernährung, Lebensstil, Mikronährstoffen und Befinden – ergänzend zur fachärztlichen Therapie, nicht an ihrer Stelle. Schwerpunkte meiner Praxis sind Lichen sclerosus, Psoriasis und rheumatoide Arthritis.
Wer mit einer Autoimmunerkrankung lebt, kennt das Muster: Die fachärztliche Behandlung trägt Diagnose und Medikation – dafür ist sie da, und sie bleibt die Grundlage. Daneben stehen Fragen, für die es bisher keinen eigenen Ort gibt. Warum bin ich so erschöpft, obwohl meine Werte „in Ordnung“ sind? Welche Rolle spielen Ernährung, Schlaf und Stress? Was kann ich selbst beitragen? Genau hier setzt meine Begleitung an – ergänzend zur fachärztlichen Therapie, nicht an ihrer Stelle.
Bei welchen Autoimmunerkrankungen begleite ich?
Im Mittelpunkt stehen drei Krankheitsbilder: Lichen sclerosus, Psoriasis und rheumatoide Arthritis. Sie verlaufen chronisch, betreffen nicht nur ein Organ, sondern den ganzen Menschen – und sie lassen zwischen den fachärztlichen Kontrollterminen viele Alltagsfragen offen. Genau dort begleite ich.
Lichen sclerosus
Lichen sclerosus ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die überwiegend den Intim- und Genitalbereich betrifft und deutlich häufiger bei Frauen auftritt – gehäuft um und nach den Wechseljahren, grundsätzlich aber in jedem Lebensalter und auch bei Männern. Die Diagnose wird oft spät gestellt: nicht, weil die Erkrankung selten wäre, sondern weil Juckreiz, Brennen, Einrisse der Haut oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr als schambesetzt erlebt und deshalb lange nicht angesprochen werden. Manche Patientinnen haben Jahre und mehrere Praxen hinter sich, bevor der Name der Erkrankung fällt. Beschwerden dieser Art gehören klar benannt statt umschrieben – dafür braucht es Zeit und einen ruhigen Rahmen, und beides ist hier eingeplant.
Die Grundlage der Behandlung ist und bleibt die fachärztliche Therapie – dermatologisch oder gynäkologisch, in der Regel mit örtlich anzuwendenden entzündungshemmenden Präparaten, deren konsequente Anwendung entscheidend ist. Ebenso gehört die regelmäßige fachärztliche Kontrolle zum Standard bei dieser Erkrankung; dass sie stattfindet, behalte ich mit im Blick. Meine Begleitung setzt daneben an: Befunde einordnen, Hautpflege und Alltag besprechen, Ernährung, Mikronährstoff- und Vitaminstatus, Schlaf und Stressregulation in den Blick nehmen – und Raum geben für die Frage, wie sich mit einer Erkrankung leben lässt, die Körpergefühl, Schlaf und Partnerschaft berührt.
Warum die Frage hier offenbleibt. Warum ein Lichen sclerosus entsteht, ist nach heutigem Wissensstand nicht abschließend geklärt. Die etablierte Behandlung zielt auf die Kontrolle der Erkrankung. Gerade deshalb bekommt in meiner Praxis die Frage nach dem Warum Raum – ohne dass damit eine Antwort vorweggenommen wäre.
Psoriasis
Die Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die sich an der Haut zeigt, aber nicht auf die Haut beschränkt ist. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen kommt eine Gelenkbeteiligung hinzu – die Psoriasis-Arthritis. Damit steht die Erkrankung in direkter Nachbarschaft zu den entzündlich-rheumatischen Krankheitsbildern, die ich ebenfalls begleite. Auch Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System gehören bei Psoriasis mit ins Bild: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und eine gestörte Insulinempfindlichkeit kommen häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt. Genau hier berühren sich Hauterkrankung und Präventivmedizin.
Die dermatologische – bei Gelenkbeteiligung rheumatologische – Behandlung bleibt die Grundlage. Ergänzend geht es um das kardiometabolische Risikoprofil, das sich über eine gezielte Labordiagnostik sichtbar machen lässt, um eine antientzündlich ausgerichtete Ernährung, um Bewegung, Schlaf und Stressregulation – und darum, neu auftretende Gelenkbeschwerden früh anzusprechen, damit sie fachärztlich abgeklärt werden.
Rheumatoide Arthritis
Bei entzündlichen Gelenkerkrankungen – allen voran der rheumatoiden Arthritis – ist die rheumatologische Behandlung die Grundlage: Die medikamentöse Basistherapie und ihre Kontrolle gehören in fachärztliche Hand, und sie früh und konsequent zu nutzen, ist das Wichtigste. Ergänzend begleite ich, was daneben Einfluss hat – Ernährungsmuster, Bewegung im verträglichen Maß, Gewicht, Schlaf, Stressregulation, Mikronährstoff- und Vitamin-D-Status – und die Frage, wie sich Schmerz und Erschöpfung auf Ihren Alltag legen.
Fasten und rheumatoide Arthritis. Zum Fasten bei rheumatoider Arthritis gibt es Studien seit den 1990er-Jahren; sie sind überwiegend klein und älteren Datums. Fasten ist keine Behandlung der rheumatoiden Arthritis und ersetzt keine Basistherapie. Ob eine ärztlich begleitete Fastenzeit für Sie überhaupt in Frage kommt, prüfen wir individuell und in Abstimmung mit Ihrer Rheumatologin oder Ihrem Rheumatologen – gerade weil sich unter dem Fasten die Wirkung von Medikamenten verändern kann.
Weitere Autoimmunerkrankungen
Diese drei Krankheitsbilder sind Schwerpunkte, keine Ausschlussliste. Ich begleite ebenso Menschen mit anderen Autoimmunerkrankungen – etwa mit einer Hashimoto-Thyreoiditis, der häufigsten Autoimmunerkrankung in Deutschland, oder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Ob eine begleitende Betreuung in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir im Erstgespräch.
Was heißt „begleitende Betreuung“ konkret?
- Gründliche Bestandsaufnahme. Ausführliche Anamnese und eine Labordiagnostik, die über die Routinekontrolle hinausgehen kann – etwa Entzündungswerte, Schilddrüsen- und Autoimmunparameter, Stoffwechselwerte, Mikronährstoff- und Vitaminstatus, je nach Krankheitsbild und Vorbefunden.
- Verständliche Einordnung. Wir gehen Ihre Befunde gemeinsam durch – die neuen und die mitgebrachten – und setzen sie in den Zusammenhang Ihres Alltags und Ihres Befindens.
- Ernährung und Lebensstil. Individuelle, umsetzbare Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stressregulation – abgestimmt auf Ihr Krankheitsbild und Ihre Medikation.
- Ärztlich begleitetes Fasten, wo es passt: Ob eine Fastenzeit oder eine angepasste Ernährungsform für Sie in Frage kommt, prüfen wir sorgfältig und individuell – mehr dazu unter ärztlich begleitetes Heilfasten.
- Abstimmung statt Alleingang. Die Behandlung bei Ihren Fachärztinnen und Fachärzten – Dermatologie, Gynäkologie, Rheumatologie, Endokrinologie, Gastroenterologie – bleibt die Grundlage. Meine Begleitung versteht sich als Ergänzung; verordnete Medikamente werden nicht ohne Rücksprache verändert. Auf Ihren Wunsch erhalten Ihre behandelnden Fachärztinnen und Fachärzte alle Befunde und Empfehlungen aus meiner Praxis als Kopie – Begleitung funktioniert nur abgestimmt.
Ein besonderes Augenmerk: Frauengesundheit
Viele Autoimmunerkrankungen betreffen deutlich häufiger Frauen, und sie verlaufen oft in Wechselwirkung mit hormonellen Lebensphasen – Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre. Der Lichen sclerosus ist dafür das deutlichste Beispiel: eine Erkrankung, die überwiegend Frauen trifft, eng mit der hormonellen Lebensphase zusammenhängt und trotzdem selten von selbst zur Sprache kommt. Diesen Zusammenhängen gebe ich in Diagnostik und Beratung bewusst Raum.
Selbstverständlich begleite ich ebenso Männer mit Autoimmunerkrankungen – etwa mit Psoriasis, Psoriasis-Arthritis, rheumatoider Arthritis oder einem Lichen sclerosus.
Was kostet die Begleitung?
Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), abhängig von Gesprächsumfang und Labordiagnostik. Vor Beginn erhalten Sie eine schriftliche Kostenübersicht – Details unter Kosten & Erstattung.
Was diese Begleitung leisten kann – und was nicht
Autoimmunerkrankungen sind nach heutigem medizinischen Wissensstand nicht heilbar, und seriöse Medizin verspricht das auch nicht. Ziel der Begleitung ist, Ihr Befinden und Ihre Lebensqualität positiv zu beeinflussen, Ihren Umgang mit der Erkrankung zu stärken und die Faktoren gut zu nutzen, auf die Sie selbst Einfluss haben. Für alle drei Schwerpunkte gilt dabei dasselbe: Keine Ernährungsform, keine Fastenzeit und kein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt die fachärztliche Therapie. Was realistisch erreichbar ist, besprechen wir offen im Erstgespräch. Und in jedem Fall gilt: Die Begleitung erfolgt ergänzend zur fachärztlichen Therapie, nicht an ihrer Stelle; verordnete Medikamente werden nicht ohne Rücksprache verändert.